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Herausforderungen

Unterkunft von der Agentur: deine Rechte, Abzüge und worauf du achten musst

Oft macht erst die Unterkunft von der Agentur es überhaupt möglich, zum Arbeiten in die Niederlande zu kommen: Du musst nicht selbst in einem fremden Land eine Wohnung suchen. Dafür solltest du genau wissen, wie viel dafür abgezogen werden darf, welche Papiere dir zustehen und was passiert, wenn die Arbeit endet.

Wie funktioniert die Unterkunft von der Agentur?

Viele uitzendbureaus (Zeitarbeitsfirmen) bieten zur Arbeit auch eine Unterkunft an. Das kann ein Haus sein, in dem mehrere wohnen, ein Apartment oder eine größere Unterkunft. Das Zimmer musst du oft mit jemandem teilen, Küche und Bad sind meist gemeinsam.

Die Miete überweist du meist nicht selbst, sie wird vom Lohn abgezogen. Das siehst du auf der loonstrook (Lohnabrechnung). Genau deshalb ist es wichtig, die Regeln zu kennen: Für den Abzug gibt es eine Obergrenze.

Wie viel darf für die Unterkunft abgezogen werden?

Der Arbeitgeber darf höchstens 25% des Mindestlohns für die Unterkunft abziehen. Und auch das nur, wenn die Unterkunft zertifiziert ist, zum Beispiel mit SNF-Zertifikat.

Es gab einen Plan, diese Regel ab dem 1. Januar 2026 abzuschaffen. Die niederländische Regierung hat aber am 30. Oktober 2025 bekanntgegeben, dass die Regel bleibt.

Der Mindestlohn wird in den Niederlanden pro Stunde festgelegt und zweimal im Jahr angepasst, im Januar und im Juli. Mit dem monatlichen Richtwert für den Mindestlohn ergibt sich die 25%-Obergrenze so:

Zeitraum Monatlicher Brutto-Mindestlohn (ab 21 Jahren) 25% (etwa)
ab 1. Januar 2026 2 294,40 € etwa 574 €
ab 1. Juli 2026 2 337,00 € etwa 584 €

Im Moment sind also etwa 584 € das monatliche Maximum, das vom Mindestlohn für die Unterkunft abgezogen werden darf. Wenn der Abzug höher ist oder nicht klar ist, wofür abgezogen wird, frag schriftlich bei der Agentur nach.

Achte auch darauf, dass neben der Unterkunft noch andere Posten abgezogen werden können, zum Beispiel Versicherung oder Fahrten. Sie dürfen nicht mit der Miete zusammenfließen: Auf der loonstrook musst du sie getrennt sehen.

Was bedeutet das SNF-Zertifikat?

SNF ist eine niederländische Organisation, die Normen für Unterkünfte von Arbeitskräften aufstellt und prüft, ob eine Unterkunft sie erfüllt. Die Normen betreffen zum Beispiel Wohnfläche, Sauberkeit, Sicherheit und Ausstattung.

Für dich ist am wichtigsten: Der 25%-Abzug ist nur bei einer zertifizierten Unterkunft erlaubt. Frag deshalb:

  • Ist die Unterkunft zertifiziert, und welche Organisation hat sie zertifiziert?
  • Wo kann man sich melden, wenn etwas nicht in Ordnung ist (Schimmel, Heizung, Überbelegung)?
  • Wer ist die Kontaktperson, wenn etwas repariert werden muss?

Warum brauchst du einen eigenen Mietvertrag?

Laut dem Wet goed verhuurderschap (niederländisches Gesetz über faire Vermietung) darf der Mietvertrag nicht Teil des Arbeitsvertrags sein. Du musst einen eigenen, schriftlichen Mietvertrag bekommen.

Das ist nicht nur Formsache. Im eigenen Vertrag siehst du, wie hoch die Miete ist, was dazugehört (zum Beispiel Energie, Internet, Reinigung), wie hoch die Kaution ist und welche Regeln für die Kündigung gelten. Wenn etwas nicht drinsteht, frag nach, bevor du unterschreibst.

Wenn du die Sprache des Vertrags nicht verstehst, bitte um eine englische Übersetzung oder lass ihn von jemandem lesen, dem du vertraust. Unterschreib nichts, nur weil sie Druck machen.

Was passiert, wenn die Arbeit endet?

Das ist der heikelste Punkt. Arbeitsmigranten haben oft keinen Mieterschutz. Deshalb endet die Unterkunft oft zusammen mit der Arbeit. Das niederländische Wohnungsministerium (BZK) bereitet Änderungen vor, um die Lage der Mieter zu stärken, aber im Moment musst du mit diesem Risiko rechnen.

Was du tun kannst: - Frag vorher, wie viel Zeit du zum Ausziehen hast, wenn dein Einsatz endet. - Hab Geld für ein paar Wochen zurückgelegt, damit du nicht in Not kommst, wenn du plötzlich umziehen musst. - Wisse, wohin du übergangsweise gehen könntest und wen du anrufen kannst.

Worauf du vor dem Einzug achten solltest

Geh diese Liste durch, bevor du einziehst:

  1. Eigener Mietvertrag: Hast du ihn schriftlich bekommen, und verstehst du den Inhalt?
  2. Preis: Wie hoch ist die Miete pro Woche oder Monat genau, und was ist drin?
  3. Zertifikat: Ist die Unterkunft SNF-zertifiziert oder auf andere Weise zertifiziert?
  4. Kaution: Gibt es eine, wie hoch ist sie, und wann bekommst du sie zurück?
  5. Mitbewohner: Bist du allein im Zimmer, oder wohnt ihr zu mehreren darin?
  6. Zustand: Mach beim Einzug Fotos vom Zimmer, vor allem von Schäden, die schon da sind.
  7. Weg zur Arbeit: Wie weit ist der Arbeitsplatz, und wie kommst du dorthin?
  8. Auszug: Was passiert, wenn die Arbeit endet oder wenn du kündigst?

Auf Eyesonworks.eu kannst du gezielt nach Jobs mit Unterkunft filtern. Nach dem Klick kommst du immer zur Originalanzeige der Agentur, wo du genau nach den Bedingungen fragen kannst.

Regeln für das Zusammenleben

In der Unterkunft von der Agentur wohnen meist auch andere, oft aus verschiedenen Ländern. Das kann gute Gesellschaft sein, bringt aber auch Reibereien. Kläre am besten gleich am Anfang:

  • ob es eine Hausordnung gibt und wo du sie lesen kannst,
  • wer für die Reinigung der gemeinsamen Räume zuständig ist,
  • ob du einen eigenen abschließbaren Schrank oder einen Zimmerschlüssel bekommst,
  • ob du Besuch haben darfst und unter welchen Bedingungen.

Wenn in der Hausordnung eine Strafe oder ein Abzug steht, zum Beispiel wenn nicht geputzt wird, bitte darum, dass auch das schriftlich festgehalten wird, im Mietvertrag oder in einer Anlage dazu. Über das, was nicht aufgeschrieben ist, kann man später schwer streiten.

Schimmel und Heizung: worauf auch du achten kannst

In Arbeiterunterkünften ist Schimmel eines der häufigsten Probleme. Er kommt vor allem im Winter, wenn viele in einem Haus wohnen, viel Feuchtigkeit vom Kochen, Duschen und von drinnen getrockneter Wäsche entsteht und die Heizung nicht immer gleichmäßig ist. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten kannst du viel dagegen tun:

  • Lüfte mehrmals am Tag kurz, nach dem Kochen und Duschen immer.
  • Deck den Heizkörper nicht ab und stell keine Möbel direkt an die kalte Außenwand.
  • Trockne Wäsche möglichst nicht im Zimmer.
  • Wenn du Schimmelflecken, eindringendes Wasser oder eine kaputte Heizung siehst, melde es so schnell wie möglich schriftlich und mit Foto bei der Agentur.

Immer mehr Betreiber von Unterkünften messen Temperatur und Luftfeuchtigkeit in jedem Zimmer, um die Schimmelgefahr zu erkennen, bevor Flecken entstehen. Wenn du wissen willst, wie das funktioniert und was gute Vermieter gegen Schimmel tun, lies den Ratgeber von eyesonrooms zur Schimmelvorbeugung (auf Niederländisch).

Wenn es Probleme gibt

Wenn du denkst, dass dir mehr abgezogen wird als erlaubt, oder der Zustand der Unterkunft nicht akzeptabel ist, melde es zuerst schriftlich bei der Agentur. Wenn du keine Lösung bekommst, hol dir Rat beim Juridisch Loket (kostenlose Rechtsberatung) oder bei einer Gewerkschaft, zum Beispiel FNV oder CNV. Sie können dir zu deiner eigenen Situation verlässlich antworten.

Kurz zusammengefasst

  • Für die Unterkunft dürfen höchstens 25% des Mindestlohns abgezogen werden, in der zweiten Hälfte von 2026 sind das etwa 584 € pro Monat.
  • Dieser Abzug ist nur bei einer zertifizierten Unterkunft erlaubt, zum Beispiel mit SNF-Zertifikat.
  • Der Mietvertrag muss eigenständig und schriftlich sein, er darf nicht Teil des Arbeitsvertrags sein.
  • Die Unterkunft endet oft zusammen mit der Arbeit. Hab deshalb eine Reserve und einen Plan.
  • Vor dem Einzug: Frag nach, mach Fotos und lass dir alles schriftlich geben.
Jobs mit UnterkunftDu bewirbst dich auf der Seite der Agentur; wir verlinken nur die Originalanzeige.
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Quellen (4)

Zahlen geprüft am 2026-10-23. Regeln ändern sich; Details bei der Agentur oder Behörde prüfen.