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Europäischer Arbeitsmarkt

Löhne in Europa 2026: Mindestlohn in den Niederlanden und anderen Ländern

Wenn du überlegst, wo sich die Arbeit lohnt, ist die erste Frage meistens der Lohn. Mindestlöhne sind ein guter Startpunkt, weil sie zeigen, was in einem Land mindestens bezahlt werden muss. Aber eine Zahl allein sagt wenig. Wir schauen, wo die Niederlande stehen und worauf du beim Vergleichen achten solltest.

Die Mindestlöhne in einer Tabelle

Die Tabelle zeigt die monatlichen Brutto-Mindestlöhne im Januar 2026. Quelle sind die Daten des EU-Statistikamts (Eurostat) und nationale Quellen. Die Beträge für Ungarn und Polen stehen in ihrer eigenen Währung, weil die Umrechnung vom Wechselkurs abhängt und leicht in die Irre führen kann.

Land Monatlicher Brutto-Mindestlohn (Januar 2026) Hinweis
Luxemburg über 2 700 Euro der höchste in der EU
Deutschland über 2 300 Euro
Irland über 2 300 Euro
Niederlande 2 294,40 Euro ab 1. Juli 2026: 2 337 Euro
Polen 4 806 Zloty netto etwa 3 606 Zloty
Ungarn 322 800 Ft garantierter Mindestlohn (für Arbeit mit Berufsausbildung): 373 200 Ft
Rumänien 795 Euro
Bulgarien etwa 620 Euro der niedrigste in der EU

Wichtig: In Dänemark, Italien, Österreich, Finnland und Schweden gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn. Dort werden die Löhne meist in Tarifverträgen festgelegt. Deshalb stehen diese Länder nicht in der Tabelle.

Die Niederlande genauer

In den Niederlanden wird der Mindestlohn nicht pro Monat, sondern pro Stunde festgelegt und zweimal im Jahr angepasst, im Januar und im Juli. Ab 21 Jahren:

  • ab 1. Januar 2026: brutto 14,71 Euro pro Stunde
  • ab 1. Juli 2026: brutto 14,99 Euro pro Stunde

Bei 40 Stunden pro Woche sind das etwa 600 Euro brutto pro Woche. Der Monatsbetrag (2 294,40 bzw. 2 337 Euro) ist nur ein Richtwert: Wie viel du wirklich bekommst, hängt davon ab, wie viele Stunden du arbeitest.

In der Tabelle liegen Deutschland und Irland im Januar etwas über den Niederlanden. Der Unterschied ist aber klein, und der niederländische Mindestlohn ist im Juli gestiegen. Außerdem sind die Monatsbeträge umgerechnet. Nimm Unterschiede von ein paar Dutzend Euro also nicht zu ernst.

In den Niederlanden gilt für Jüngere ein niedrigerer Mindestlohn: ab Juli 2026 mit 20 Jahren 11,99, mit 19 Jahren 8,99 und mit 18 Jahren 7,50 Euro pro Stunde. Wenn du unter 21 bist, rechne damit.

West und Ost: Warum ist der Unterschied so groß?

Die Tabelle zeigt deutlich: Zwischen den Mindestlöhnen in West- und Osteuropa liegt eine große Lücke. In Luxemburg ist der monatliche Mindestlohn in Euro etwa vier- bis viereinhalbmal so hoch wie in Bulgarien (eigene Berechnung).

Das ist einer der Hauptgründe, warum viele Menschen im Westen arbeiten. Aber der Unterschied liegt nicht nur beim Lohn. Im Westen sind meist auch Wohnen, Essen, Dienstleistungen und Versicherung deutlich teurer. Die Frage ist also nicht, wo der Bruttolohn höher ist, sondern wie viel nach den Kosten übrig bleibt.

Brutto und netto: Nicht verwechseln

Mindestlöhne werden fast immer brutto angegeben. In deine Hand kommt aber der Nettolohn, also der Betrag nach Steuern und Abgaben.

Ein Beispiel: Der polnische Mindestlohn ist brutto 4 806 Zloty, netto aber etwa 3 606 Zloty. Das ist ein großer Unterschied, und in jedem Land ist das Verhältnis anders.

In den Niederlanden siehst du auf der loonstrook (Lohnabrechnung) noch weitere Abzüge, zum Beispiel:

  • die Kosten für die Unterkunft, wenn die Agentur sie stellt,
  • die Krankenversicherung (zorgverzekering), wenn die Agentur eine Gruppenversicherung abschließt,
  • den Rentenbeitrag.

Frag bei einem Angebot deshalb immer: Wie viel bleibt in einer normalen Woche netto übrig, nach allen Abzügen?

Unterkunft, Versicherung, Lebenshaltung

Die Lebenshaltungskosten sind in jedem Land sehr verschieden, und es gibt dafür keine einzelne verlässliche Vergleichszahl. Einige niederländische Posten sind aber gut bekannt:

  • Unterkunft. Wenn der Arbeitgeber eine zertifizierte Unterkunft stellt (zum Beispiel mit SNF-Zertifikat), darf er dafür höchstens 25% des Mindestlohns abziehen. Beim Juli-Mindestlohn ist die Obergrenze etwa 584 Euro pro Monat.
  • Krankenversicherung. Sie ist Pflicht. Die durchschnittliche Prämie liegt 2026 bei 1 884 Euro pro Jahr, etwa 157 Euro pro Monat. Dazu kommt der Eigenanteil von 385 Euro pro Jahr (eigen risico).
  • Essen und Alltag. In Westeuropa meist teurer als zu Hause. Viele kochen in der Unterkunft zusammen, um zu sparen.

Zu Hause, in deinem Heimatland, haben viele dagegen eine eigene Wohnung oder die Familie im Rücken. Das fehlt im Ausland. Rechne auch das mit ein.

Reise und versteckte Kosten

Beim Vergleich werden oft ein paar Posten vergessen:

  • Heimreise. Wenn du regelmäßig nach Hause fährst, können die Reisekosten im Monat viel ausmachen. Frag, ob die Agentur hilft.
  • Pendeln. Wie viel Zeit und Geld kostet der Weg zur Arbeit? Gibt es Fahrrad, Kleinbus, öffentliche Verkehrsmittel?
  • Fehlende Stunden. Wenn du weniger Stunden bekommst als erwartet, ist auch der Wochenlohn niedriger. Die Stundenzahl in der Anzeige ist nicht immer garantiert.
  • Kaution und erste Wochen. Bis zum ersten Lohn musst du auch von etwas leben.

Worauf du beim Vergleichen achten solltest

Eine kurze Checkliste, bevor du dich entscheidest:

  1. Ist der Betrag brutto oder netto?
  2. Stundenlohn, Wochen- oder Monatslohn? Mit wie vielen Stunden wurde gerechnet?
  3. Wie viel kostet die Unterkunft, und wird sie abgezogen oder zahlst du sie selbst?
  4. Wie viel kosten die Versicherung und die anderen Abzüge?
  5. Wie viel kosten die Fahrten und die Heimreisen?
  6. Wie sicher sind Arbeit und Unterkunft auf längere Sicht?

Bei Fragen zu Steuern oder Verträgen können die Agentur, die Belastingdienst (niederländisches Finanzamt), das Juridisch Loket oder die Gewerkschaften (FNV, CNV) dir verlässlich antworten.

Auf Eyesonworks.eu kannst du auch nach Netto-Wochenlohn, Unterkunft und Art der Arbeit filtern. Du landest immer bei der Originalanzeige der Agentur, wo du nach Details fragen kannst.

Kurz zusammengefasst

  • Im Januar 2026 hatte Luxemburg den höchsten und Bulgarien den niedrigsten monatlichen Mindestlohn in der EU.
  • In den Niederlanden gilt der Mindestlohn pro Stunde: ab Juli brutto 14,99 Euro (ab 21 Jahren), etwa 600 Euro brutto pro Woche bei 40 Stunden.
  • Der ungarische Mindestlohn liegt bei 322 800 Ft, der garantierte Mindestlohn bei 373 200 Ft; der polnische bei 4 806 Zloty brutto.
  • Vergleiche immer den Nettolohn und das, was nach den Kosten übrig bleibt, nicht den Bruttolohn.
  • Rechne auch mit Unterkunft, Versicherung, Reisekosten und unsicheren Stunden.
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Quellen (7)

Zahlen geprüft am 2026-10-23. Regeln ändern sich; Details bei der Agentur oder Behörde prüfen.